Macuro
Kooperationsprojekt
Gemeinschaft, Qualität und Zukunft
Meine erste Reise im Rahmen des Kakaos und von Maya Munay nach Venezuela führte mich von Februar bis April 2023 nach Macuro. Im Mittelpunkt stand ein Kakao-Kooperationsprojekt mit der lokalen Gemeinschaft vor Ort.
Durch den direkten Kontakt zur Kakaobäuerin und Chocolatière Marlene Rodriguez entstand sehr schnell eine herzliche, vertrauensvolle Verbindung – und daraus eine gemeinsame Vision: die rund 40 Kakaobauernfamilien der Region gegenseitig zu unterstützen, um ihnen eine nachhaltige, gesunde und wirtschaftlich verbesserte Lebensgrundlage zu ermöglichen.
Der Fokus unserer Zusammenarbeit liegt auf der gezielten Verbesserung der Bohnenqualität, um den Bauern höhere und faire Preise zu ermöglichen. Dafür teilen wir praxisnahes Wissen in zentralen Bereichen wie Ernte, Fermentation sowie der optimalen Pflege von Böden und Kakaobäumen. Qualität entsteht hier nicht durch Druck, sondern durch Verständnis, Erfahrung und gemeinsame Verantwortung.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist unser Kakao-Zeremoniewald in Macuro. Durch ihn unterstützen wir aktiv die Neupflanzung von Kakaobäumen – ein Projekt, bei dem durch euch bereits über 100 Baumpatenschaften übernommen wurden. Auch die Beschaffung von Werkzeugen und Materialien sowie administrative Unterstützung stellen wir den Bauern gemeinschaftlich zur Verfügung.
Aufgrund fehlender Exportlizenzen und komplexer rechtlicher Rahmenbedingungen hat es bis Ende 2025 gedauert, bis wir unseren Kakao aus Macuro offiziell exportieren konnten. Umso größer ist die Freude, ihn in diesem Jahr erstmals auch über unseren Shop mit euch zu teilen.
Der Kakao aus Macuro – ehrlich, warm und lebendig
Der Kakao aus Macuro ist so herzlich und offen wie die Menschen, die ihn anbauen. Es handelt sich um einen Trinitario-Kakao mit hohem Criollo-Anteil (Acriollado) – also eine genetische Verbindung aus Forastero und Criollo. In der geöffneten Bohne zeigt sich diese Vielfalt deutlich: von violett-dunkleren Tönen mit stärkerem Forastero-Einfluss bis hin zu helleren, fast weißen Nuancen mit ausgeprägtem Criollo-Charakter. Je heller das Innere, desto feiner und zarter zeigt sich der Kakao.
Geschmacklich dominieren intensive Kakaonoten mit einem ausgewogenen Verhältnis von Bitterkeit und Säure. Begleitet wird das Profil von leichten nussigen Anklängen, Nuancen von weichem Holz und feinen floralen Noten. Das Aroma ist tief und voll, mit Anklängen reifer tropischer Früchte. Die Textur ist rund, anhaltend am Gaumen und weist eine moderate, angenehme Adstringenz auf.
Gemeinsame Wirkung vor Ort
Bis heute habe ich von jeder Reise Kakao mitgebracht und ihn auf Festivals und Begegnungen mit euch geteilt. Sollte es uns in diesem Jahr erfolgreich gelingen, den Kakao aus Macuro regulär nach Deutschland zu importieren, fließen 10 % des Umsatzes zurück in die Region. Ziel ist der Aufbau eines zentralen Wertschöpfungszentrums direkt im Ort.
Bereits realisiert wurden durch diese Rückflüsse unter anderem Workshops mit Luis, die Bereitstellung von Materialien und Werkzeugen, der Besuch von Cecosesola sowie die Neupflanzungen für den Kakao-Zeremoniewald in Macuro – alles gemeinsam mit euch ermöglicht.
Darüber hinaus haben wir den Bauern stets einen Dollar pro Kilogramm Kakao mehr bezahlt als den jeweils höchsten lokalen Marktpreis. Denn faire Zusammenarbeit beginnt dort, wo Wertschätzung konkret wird.
Kakaobauern nach einem Kakaoworkshop
Neue wachsende Kakaobäume für den Zeremoniewald
Mayamunay Ernte Macuro
Arbeitsweg Macuro
Marino trocknet vor seinem Haus Kakao
Juan und Diego malen Steine für unsere Bäume an